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Haltung von Weißfußmäusen (Peromyscus polionotus) Dieser Haltungsbericht beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
Meine Tiere
Weißfußmäuse faszinieren mich nicht nur wegen ihres Aussehens und ihres lebhaften Verhaltens, sondern vor allem, weil ihnen ausgesprochene Friedfertigkeit untereinander nachgesagt wird. So kann man größere Gruppen halten und sich an ihrer Aktivität erfreuen, ohne Angst vor Zerwürfnissen haben zu müssen.
Meine Weißfußmäuse sind am 17. Januar 07 aus Berlin zu mir gekommen. Es handelt sich um zwei Männchen in schwarz (Moritz) und Agouti (Augusto) und zwei Weibchen in Zimt (Cindy) und Argente (Agatha).


Hier gibt es mehr Fotos.
Der erste Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten, da die Weibchen bereits trächtig zu mir kamen. Zwischen dem 28.01.07 und dem 24.04.07 hatten beide Weibchen jeweils vier Würfe, also in recht kurzen Abständen. Die Zahl der Jungen pro Wurf war dafür gering. Insgesamt resultierten daraus elf Nachkommen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die jeweils dritten Würfe nicht großgezogen wurden. Zu dem Zeitpunkt waren elf Tiere in dem Becken, möglicherweise spielte der Gedrängefaktor dabei schon eine Rolle.
Vor den vierten Würfen wurden die Geschlechter getrennt und die Jungen wurden wieder erfolgreich aufgezogen. Die Tragzeit betrug, soweit sie zu ermitteln war, 25 bis 26 Tage. Eine Zuordnung, wer der Vater und wer die Mutter war, erwies sich als schwierig, da nicht nur der ranghöchste Bock Paarungsrechte hat und die Weibchen ihre Jungen oft gemeinsam in einem Nest oder in nahe gelegenen Nestern aufziehen. Ich sah die Jungen meistens erst mit ca. drei Wochen, wenn sie das Nest, das immer unterirdisch angelegt war, verließen.
Da außer dem Zimtmännchen Ferdinand, das auf einen späteren Zuchteinsatz wartete, alle Jungtiere vermittelt wurden, setzte ich Augusto und Agatha am 05.08.07 in einem separaten Käfig wieder zusammen, damit besonders die Weibchengruppe wieder aufgestockt wird. Die Tiere leben gern in größeren Gruppen, zu zweit langweilen sie sich sichtlich und zeigen sich nur wenig.
Die Vergesellschaftung der beiden verlief völlig unspektakulär. Sie begrüßten sich, als hätten sie sich vor kurzem erst gesehen. In den folgenden Wochen konnte ich keine Paarung beobachten; und weil mir die einsame Cindy leid tat, setzte ich die beiden am 20.08.07 zu ihr. Auch hier gab es bei der Begrüßung keine Zwischenfälle.
Aus den schließlich doch noch erfolgenden Paarungen gingen zwei männliche und ein weibliches Jungtier hervor.
Gespannt war ich, wie das Zurücksetzen von Augusto zu den beiden anderen Männchen verlaufen würde. Dann wäre die Sozialverträglichkeit der Tiere auf eine harte Probe gestellt und ich war mir dessen bewusst, dass der Versuch auch scheitern konnte. Als ich die jungen Männchen aus den vierten Würfen zu den Älteren setzte, gab es nur ein interessiertes Hinterherlaufen und Schnüffeln, aber ein angepaarter Bock lässt sich sicher nicht so einfach wieder in eine Männchengruppe integrieren. Leider konnte ich das nicht mehr herausfinden, denn Augusto starb am 06.01.08, vermutlich durch einen unglücklichen Sturz bei einem Sprungversuch im Käfig.
Das Zusammensetzen der beiden jungen Männchen aus den letzten Würfen, die zu dem Zeitpunkt auch schon geschlechtsreif waren, mit den beiden älteren verlief ebenfalls wieder problemlos.
Inzwischen leben hier noch die beiden alten Damen Cindy und Agatha und die beiden jüngsten Männchen. Da ich bei den Weibchen, die in wenigen Monaten drei Jahre alt werden, keine Trächtigkeit mehr erwarte, habe ich die vier nun wieder zusammengeführt. Seitdem sind sie wieder deutlich aktiver. Die Männchen unternehmen hin und wieder Paarungsversuche, aber die Weibchen zeigen keine Bereitschaft.
Unterbringung:
Die Weißfußmäuse leben bei mir in Aquarien mit den Maßen 100cm x 40cm x 40cm. Angesichts der Agilität dieser kleinen Flitzer scheint mir das das Minimum zu sein. Eine Alternative wäre, in die Höhe zu bauen, da diese Mäuse auch recht gut klettern können, aber mehr Grundfläche wäre sicher besser.
Sie haben eine etwa 12 cm hohe Einstreuschicht, die stabil genug ist, darin ein Gangsystem anzulegen. Sie wühlen ziemlich wenig, meistens bleibt die Oberfläche lange Zeit unverändert, während darunter gearbeitet wird. Diverse Klettermöglichkeiten wie Holzgerüste, Äste und Ähnliches werden gern genutzt.

Die Weißfüße legen ihre Nester lieber in der Streu, geschützt durch Abdeckungen, an als dass sie in oberirdisch aufgestellten Häuschen schlafen.
In einer großen Sandschale biete ich etwa die Hälfte des Futters an, die andere Hälfte wird auf der Einstreu verteilt. Der Sand wird nicht zum Baden genutzt, die Tiere halten sich aber gern darauf auf und so kann ich kontrollieren, welche Samen angenommen werden und was verschmäht wird. Außerdem landet ein Teil des Urins dabei in der Schale und kann besser entfernt werden. Eine zusätzliche Futterschüssel ist für Frischfutter vorgesehen.
Das Laufrad ist besonders bei den Männchen der Hit und es macht großes Vergnügen, ihnen dabei zuzusehen. Meistens laufen sie zuerst ein paar Umdrehungen, dann krallen sie sich fest und lassen sich schleudern. Und wenn sie zu zweit drin sind und einer sich festhält, muss der andere bei jeder Umdrehung einen Hüpfer über den Kollegen machen.

Reinigung
Während es bei den Weibchen ausreichend ist, alle paar Wochen - ähnlich wie bei den Mongolischen Rennmäusen - eine Grundreinigung durchzuführen, riechen die Männchen stärker und überziehen ihre Einrichtung nach einer Weile mit einem klebrigen Belag. Hier muss man also häufiger sauber machen.
Ernährung
Weißfußmäuse neigen nicht dazu, dick zu werden, der Anteil an fetthaltigen Samen darf entsprechend hoch sein. Ich mische das Futter aus vielen Einzelsaaten. Mehlhaltig sind davon z.B. Kanariensaat, Hirse, Grassamen, Buchweizen, Weizen; fetthaltig sind Negersaat, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Hanf usw.
Zur Versorgung mit tierischem Eiweiß bekommt jede Maus pro Tag einen Mehlwurm, zusätzlich gibt es Igelfutter, das gern gefressen wird. Frischfutter wird nur in ganz geringen Mengen verzehrt, ich biete ihnen Gurke, Paprika, Tomate, Apfel und Möhre an. Kräuter rühren meine Tiere nicht an.
Wasser
Mit den üblichen Kugeltränken kommen die Weißfüße gut zurecht, allzu groß ist der Wasserverbrauch nicht. Ich musste allerdings nach der Ankunft meiner Mäuse die Tränke ein gutes Stück tiefer hängen, weil ich die Rennmausmaßstäbe im Kopf hatte. Der Größenunterschied ist schon beträchtlich.
Verhalten
Die Possierlichkeit der Tiere sowie die Tatsache, dass sie gern in großen Gruppen leben, machen sie für viele Halter interessant. Es sind allerdings streng nachtaktive Tiere, die oft erst nach 20 Uhr zu sehen sind.
Sie sind nicht schreckhaft und wuseln um meine Finger, wenn ich im Gehege zu tun habe, aber anfassen ist tabu. Das erschwert das Handling bei der Zucht, wenn man das Geschlecht bestimmen möchte oder bestimmte Tiere für die Abgabe fangen will. Denjenigen, der die Weißfußmäuse als Beobachtungstiere halten möchte, dürfte das aber nicht so sehr stören.
Folgender Link führt zu den Weißfußmäusen:
Rodent-Info.net
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