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Wissenswertes über Mongolische Rennmäuse
Mongolische Rennmäuse stammen ursprünglich aus den Steppen und Halbwüsten Zentralasiens. Sie werden im Handel daher oft als Wüstenrennmäuse angeboten. Manchmal werden sie auch als Gerbils bezeichnet, da sie zur Unterfamilie der Gerbillinae (Rennmäuse) gehören. Das ist jedoch irreführend, da sie nicht der Gattung Gerbillus angehören. Der lateinische Artname ist Meriones unguiculatus, die Gattung Sandmäuse.
Für den Halter ist es wichtig zu wissen, dass ihre "Mäuse" in Freiheit in Familienverbänden leben und zur Ordnung der Nagetiere gehören. Sie wurden früher der Familie der Wühler zugeordnet, aber auf Grund von DNA-Analysen zählt man sie nun zu den Langschwanzmäusen. Die drei Grundansprüche dieser Tiere erklären sich daraus: Sie wollen wühlen, nagen und auf keinen Fall allein sein.
Die Informationen, die auf dieser Seite zur Haltung von Mongolischen Rennmäusen angeboten werden, sind vor allem gedacht als erste Orientierungshilfe bei der Frage, ob diese Tiere die "richtigen" Hausgenossen sind. Ein Buch, das mir als Einsteigerlektüre empfehlenswert erscheint, ist z.B.:
Heike Schmidt-Röger: "Rennmäuse. Freundlich - clever - aktiv." Ulmer Verlag.
Eine Fülle von Informationen, für Anfänger und für Fortgeschrittene, bietet
www.rennmaus.de. Hier kann man auch im Forum aktuelle Diskussionen verfolgen und als unregistrierter Gast selbst Fragen stellen. Bei den Links gibt es weitere Hinweise auf informative Websites.
Allgemeines
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Renner liegt heute bei ca. drei Jahren. In älteren Büchern liest man noch vier bis fünf Jahre, dieses Alter erreichen inzwischen aber nur noch wenige Tiere. Es wird diskutiert, ob Überzüchtung daran schuld ist.
Im Gegensatz zu Farbmäusen riechen Rennmäuse kaum; bei günstigen Haltungsbedingungen reicht es meistens, wenn die Einstreu etwa alle sechs Wochen gewechselt wird.
Sie sind weder rein tagaktiv noch rein nachtaktiv, Schlaf- und Wachphasen von unterschiedlicher Länge wechseln sich ab. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn man junge Tiere am Anfang kaum zu sehen bekommt, mit der Zeit spielt sich ein Rhythmus ein und oft werden die Renner dann aktiv, wenn Leben in der Bude ist.
Unterbringung
Da die Wühler sich gerne Gänge bauen und die Einstreu dafür hoch genung sein muss, ist ein Gitterkäfig hier wenig geeignet. (Manche Züchter geben gar keine Tiere in Käfighaltung ab.) Ein Terrarium hat in der Regel Glastüren, die vorne öffnen, was auch nicht sinnvoll ist. Am geeignetsten ist ein Glasbecken - ein Aquarium ohne Wasser. Der Haken hierbei ist, dass es dafür vielerorts keine passende Abdeckung zu kaufen gibt, hier ist Basteltalent und/oder Phantasie gefragt. Bei einem Drahtdeckel sollte man darauf achten, dass die Maschengröße nicht mehr als einen Zentimeter beträgt. Eine ausreichende Beckengröße für zwei Rennmäuse ist die Grundfläche 80x35 cm, besser sind 100x40 cm oder noch größer.

Ein Trenngitter, wie es auf dem Bild rechts zu sehen ist, kann zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Es kann vorübergehend verhindern, dass das Weibchen gleich nach der Geburt wieder gedeckt wird. Außerdem benutzt man es zur langsamen Gewöhnung zweier fremder Rennmäuse aneinander. Würde man sie gleich zueinander setzen, wäre mit heftigen Kämpfen zu rechnen, die oft mit dem Tod des Schwächeren enden. Für eine Vergesellschaftung müsste der Draht feinmaschiger sein oder man bräuchte ein zweites Trenngitter, um einen kleinen Sicherheitsabstand zwischen den Kontrahenten zu haben.
Zubehör
Außer Becken, Abdeckung und Einstreu, die gerne mindestens 15 cm hoch sein darf, benötigt man noch eine Wasserflasche, die so angebracht werden sollte, dass sie nicht zugebuddelt wird und möglichst schwer zu benagen ist (oder einen Wassernapf, der hoch genug steht).
Ein Sandbad sollte nicht fehlen, der Durchmesser wird so gewählt, dass eine ausgewachsene Maus sich darin wälzen kann. Zum Befüllen kann man den feinen - und teuren - Chinchillasand nehmen, Vogelsand oder einfach Spielsand aus dem Baumarkt. Das Sandbad wird vielfältig genutzt, seltsamerweise auch als Toilette. Was einem anfangs etwas unappetitlich erscheint (die Rennmäuse schleppen auch ihr Futter ins Sandbad zum Verzehr), erweist sich als sehr praktisch. Der Großteil des ohnehin eher spärlichen Urins lässt sich so einfach entfernen und die Streu bleibt länger frisch.
Ob ein Laufrad sinnvoll ist, lässt sich schwer vorhersagen, denn nicht alle Mäuse können sich dafür begeistern. Wenn man sich für eines entscheidet, dann nicht in der üblichen Hamstergröße, sondern mit mindestens 20 cm Durchmesser, andernfalls gibt es später Schäden an der Wirbelsäule. Die Lauffläche sollte möglichst geschlossen sein (Holzlaufrad, Juteband) oder engmaschig (z.B. Trixie).
Laufrad und Sandbad werden am besten auf einer Etage untergebracht, damit sie nicht zugebuddelt werden können.
Ein Futternapf ist nicht erforderlich, das Futter kann man auf der Einstreu verteilen, dann sind die Tiere beschäftigt und es kommt nicht so schnell Langeweile auf.
Für alles Übrige gilt: Je mehr Abwechslung Sie den Rennern bieten, desto aktiver werden Sie sie erleben. Der Handel bietet eine große Auswahl an Zubehör und der eigenen Kreativität sind - fast - keine Grenzen gesetzt. Natürlich darf nichts Giftiges in das Becken gelangen, und man muss damit rechnen, dass alles be- und zernagt wird.
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